Monats-Archiv: Mai 2014

Projektbericht: Sanierung eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens

mein Xing Profil - Oliver Siebenlist Management-Summary
Zwei Berater der Corpass GmbH haben ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen betreut und die geforderten Maßnahmen der Hausbank umgesetzt. Transparenz und Vertrauen konnten bei den Beteiligten erfolgreich aufgebaut und hohe Ertragssteigerungen und Kosteneinsparungen erreicht werden. Die Existenz des Unternehmens wurde durch Liquiditätsverbesserungen von zusätzlich rund 415.000 € und erwarteten Gewinnen bereits im ersten Jahr nach Beginn der Beratung gesichert.

Aufgabenstellung – Das Unternehmen in der Krise
Die Firma …… GmbH erwirtschaftete in den Jahren 2009 und 2011 ganz massive Verluste. Aufgrund dieser Verluste sowie der nicht aussagekräftigen betriebswirtschaftlichen Auswertungen forderte die Hausbank die Schaffung von Transparenz, die Verbesserung der Controlling-Instrumente und die Erstellung eines Sanierungskonzeptes mit abschließender Fortführungsprognose.

Herausforderungen
Die Herausforderungen des Projektes lagen in folgenden Punkten:

  • negatives Eigenkapital
  • Starke Verunsicherung bei den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung
  • Massiver Druck von den Beteiligten, also Hausbank, Hauptkunde und Lieferanten
  • Hoher zeitlicher Druck

Ziel der Beratung
Ziele unserer Beratung waren:

  • die Sicherung der Liquidität
  • die Verbesserung der Organisation
  • Schaffung von Transparenz
  • Steigerung des Ertrages.

Anforderungen der Hausbank
Ein besonderer Schwerpunkt lag aber auch auf der Erfüllung der Anforderungen der Hausbank zur Erstellung eines Fortführungskonzeptes mit anschließender Fortführungsprognose gemäß IDW Standard S6.

Die Geschäftsleitung legte besonderen Wert auf die konkrete Unterstützung bei der Umsetzung der Anforderungen der Hausbank und der Begleitung bei den Gesprächen mit den Beteiligten. Konkret war mit der Bank, dem Hauptkunden, den Lieferanten sowie Mitarbeitern zu sprechen und über deren jeweiligen Beitrag zur Sanierung zu verhandeln.

Ausgliederung eines Geschäftsbereiches in eine neue Gesellschaft
Eine außerordentliche Aufgabenstellung war die Ausgliederung eines Geschäftsbereiches in eine neue Gesellschaft. Somit sollte die Transparenz gesteigert, Investoren leichter gefunden und das Risiko für die Hauptgesellschaft durch Auslagerung komplexer Projekte verringert werden.
Dies alles waren jedoch nur einzelne Schritte auf dem Weg zum eigentlichen Ziel, weg von den Verlusten, hin zu einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit und einer marktüblichen Rendite.

Vorgehensweise
Auf Basis eines kostenfreien Erstgespräches mit der Geschäftsführung und dem Steuerberater des Unternehmens haben wir ein schriftliches Angebot erstellt.
Nach der Erteilung des Auftrags stimmten wir die konkrete Vorgehensweise mit den Beteiligten ab.

Bei der Beratung gingen wir folgendermaßen vor:

  • Feststellung der Insolvenztatbestände und Ermittlung der Zahlungsfähigkeit
  • Feststellung der Krisenursachen
  • Darstellung der Ist-Situation anhand der Unternehmens- und Umfeldanalyse
  • Optimierung des bestehenden Controllings mit vereinfachter Aufschlüsselung von Umsatz und Kosten der beiden Unternehmensbereiche
  • Einrichtung eines Sanierungscontrollings mit einem monatlichen Controlling-Bericht / Reporting
  • Gemeinsame Entwicklung der zukünftigen Strategie und Positionierung des Unternehmens
  • Ausarbeitung der konkreten Maßnahmen mit klaren Verantwortlichkeiten und Zeitpunkten
  • Analyse und Optimierung des Führungsverhaltens
  • Analyse und Optimierung der Organisation (inkl. Stellenbeschreibungen, Organigramm, Mitarbeitergesprächen etc.)
  • Unterstützung bei der Umsetzung der konkreten Maßnahmen
  • Erstellung des Fortführungskonzeptes in Anlehnung an IDW S6
  • Präsentation des Fortführungskonzeptes bei der Hausbank
  • Gespräche mit Kunden (Darlehen) und Lieferanten (Teilverzicht) hinsichtlich ihres Beitrages zur Sanierung
  • Motivation und Einbeziehung der Mitarbeiter durch Präsentation der wichtigsten Punkte in Teambesprechungen
  • Umsetzungscontrolling angelehnt an eine „Balanced Scorecard“

Ergebnisse und Kundennutzen
> Schaffung von Transparenz
Die von der Hausbank geforderte Transparenz haben wir durch die Einführung verschiedener Tools zur Unternehmensführung, den Aufbau eines effektiven Controllings und monatliche Reportings erreicht. Diese Maßnahmen verbesserten auch die Entscheidungsgrundlagen des Kunden erheblich.

> Vertrauen der Beteiligten
Das Vertrauen aller Beteiligten wurde durch das überzeugende Fortführungskonzept wiedergewonnen und ausgebaut. Das zeigt sich u. a. in der Unterstützung durch:

  • Hausbank: Umschuldung und Darlehensgewährung
  • Hauptkunden: Darlehensgewährung
  • Lieferant: Teilverzicht

> Existenzsicherung
Im Laufe der Beratung haben wir massive Ertragssteigerungen und Kosteneinsparungen umgesetzt (Volumen ca. 300.000 €.).
Durch Liquiditätsverbesserungen von zusätzlich rund 415.000 € und erwarteten Gewinnen bereits im ersten Jahr nach Beginn der Beratung konnte die Existenz des Unternehmens  gesichert werden.

ZDF (Zahlen/Daten/Fakten):
Branche:                                 Maschinenbau

Mitarbeiter:                           > 55

Umsatz:                                  ca. 5 Mio. EUR

Projektdauer:                        3 Monate

Projektaufwand:                   36 Berater-Manntage

Projektbeteiligte:
Projektteam Berater:        2 Berater

Projektteam Kunde:           Geschäftsführer, Controller, Finanzbuchhalter

Weitere Spezialisten:        Personal- und Organisationsentwickler

Rolle der Corpass-Berater:
Gutachter und unterstützende Berater

Erfolgreiche Führung in kleinen und mittelständischen Unternehmen – Vorbereitung, Ablauf und Nachbereitung von Mitarbeitergesprächen

mein Xing Profil - Andreas WrightMit der Reihe „Erfolgreiche Führung in kleinen und mittelständischen Unternehmen“ werden wir Ihnen auf unserer Website in den nächsten Wochen und Monaten wichtige Erkenntnisse, Regeln und Tipps zur Um­setzung im Führungsalltag zur Verfügung stellen.

Im vorherigen Beitrag haben wir den Sinn, Zweck und Mehrwert für kleine und mittelständische Unternehmen dargestellt. Auch wurde definiert was unter einem „Mitarbeiterfördergespräch“ zu verstehen ist. Nun gehen wir in die praktische Umsetzung.

Wie bereite ich mich auf ein Mitarbeiterfördergespräch vor?

Die Vorbereitung auf diese Gespräche ist in ihrer Wichtigkeit nicht zu unterschätzen. Man könnte auch sagen: „Sieger erkennt man am Start“ d. h. je besser Sie als Führungskraft das Gespräch vorbereiten umso besser werden der Verlauf und die Ergebnisse sein.

An diesen Fragen kommen Sie nicht vorbei:

  • Was ist mir wichtig / was ist auf der Position entscheidend?  Diese Betrachtung machen Sie ganz unabhängig davon, welcher Mitarbeiter diese Position besetzt!
  • Was läuft positiv und soll beibehalten werden?  Dieser Aspekt ist wichtig, um dem Mitarbeiter Ihre Erwartungshaltung an gute Leistungen und Ergebnisse zu verdeutlichen. Und: Loben motiviert!
  • Wo ist Verbesserungs- oder Veränderungspotenzial?  Finden und analysieren Sie Fehler und Probleme, aber immer mit dem Ziel, bereits mögliche Änderungen und Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.
  • Woran kann ich die Verbesserung / Veränderung messen?  Wie sieht das zukünftige positive Bild aus? Welche Erwartungshaltung habe ich an den Mitarbeiter?
  • Welche Ziele und Maßnahmen soll der Mitarbeiter erreichen bzw. umsetzen?  Dies ist mit der entscheidendste Punkt: Sie können alles diskutieren, aber am Ende müssen konkrete Ziele und Vereinbarungen stehen. Das schafft Klarheit, Richtung und sichert die Wertschöpfung der Gespräche.

Diese Fragestellungen machen deutlich, dass die Vorbereitung nicht einfach mal so und nebenbei erfolgen kann. Vielmehr sind Führungskräfte  aufgefordert, sich intensiv mit Ihren Mitarbeitern auseinander zu setzen, Stärken und Schwächen heraus zu arbeiten, ihre eigene Erwartungshaltung an den Mitarbeiter zu reflektieren und letztlich geeignete Ziele und Maßnahmen festzulegen.

Das hört sich aufwändig an – und die klare Botschaft ist: ja das ist es auch. Allerdings zeigt sich genau an dieser Stelle der Führungsreifegrad im Unternehmen, denn oben dargestellte Fragestellungen sind Kernelemente erfolgreicher Führung in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Damit dieser Aufwand im Rahmen bleibt, zeigt die praktische Umsetzungserfahrung dass

  • der professionelle Kompetenzaufbau bei den Führungskräften
  • eine systematische, einheitliche Vorgehensweise
  • die Verwendung von strukturierten Hilfsmitteln (Mitarbeiterförderbogen)
  • Transparenz in der Kommunikation sowie
  • Einbindung aller Mitarbeiter

wesentlich die Umsetzungseffizienz und – effektivität sichern bzw. steigern.

Übrigens: Auch der Mitarbeiter soll, ja muss sich auf das Gespräch vorbereiten. Er selbst soll ebenfalls konkrete Ziele und Verbesserungsvorschläge in das Gespräch mitbringen – hier öffnet sich ein Fundus an Ideen und Wertschöpfung. Die Erfahrungen aus den Umsetzungsprojekten zeigen welches immense Potenzial hier liegt und leider allzu häufig nicht ausgeschöpft wird.