Glossar

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A

Asset Deal
"Form eines Unternehmenskaufs, bei dem die Wirtschaftsgüter eines Unternehmens (engl. assets), z.B. Maschinen oder Rechte (die betriebsnotwendigen Unternehmensbestandteile), einzeln erworben und auf den Käufer übertragen werden (Einzelrechtsnachfolge bzw. Singularsukzession). Die Übertragung erfolgt an einem vertraglich vereinbarten Stichtag. Ausgenommen von der Übertragung sind Wirtschaftsgüter, die im Eigentum eines Gesellschafters stehen und von der Gesellschaft genutzt werden."
AWH-Standard Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Betriebsberater im Handwerk
Dies ist ein Standard zur Unternehmensbewertung von kleinen und mittleren Betrieben. Die Bewertungs­systematik geht nach dem Ertragswertverfahren vor und lehnt sich stark am IDW S1-Standard an, wurde jedoch an den Stellen modifiziert bzw. ergänzt, an denen der IDW-Standard für kleine und mittlere Betriebe nicht oder nur schwer anwendbar ist.
Der AWH-Standard wurde entwickelt von Beratern der Handwerksorganisation, siehe auch offizielle Seite AWH: http://www.wertermittlung-handwerk.de
 

B

Beratungsförderung
Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen können Zuschüsse erhalten, wenn sie das Know-how externer Unternehmensberater und Schulungsveranstalter in Anspruch nehmen.
Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
"Die Darstellung der laufenden betrieblichen Aktivitäten und des betrieblichen Erfolgs schafft die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), die monatlich erstellt wird und der GuV ähnlich ist." Die BWA entspricht dem aktuellen Stand der Buchführung und zeigt daher nur ein aktuelles und vorläufiges Ergebnis an.
Break-even-Analyse
"Der Break-Even-Point (oder auch die Gewinnschwelle genannt) ist der Punkt, an welchem Erlöse und Kosten einer Produktion (oder eines Produktes) gleich sind und damit weder Verlust noch Gewinn erwirtschaftet werden (Gewinnschwelle)." Die Gewinnzone wird erreicht, wenn der Break-even-Punkt überschritten wird. Zur Unternehmensplanung ist die Break-Even-Analyse ein wichtiges Instrument. Die Analyse zeigt, ab wann ein neues Produkt Gewinne erwirtschaftet. Um den Break-even-Punkt analysieren zu können, müssen innerhalb einer Deckungsbeitragsrechnung die fixen und variablen Kosten erfasst werden.
Business-Plan (Geschäftsplan)
Der Begriff "Geschäftsplan" (engl. business plan) bezeichnet ein schriftliches Dokument von etwa 10 bis 50 Seiten, das eine Geschäftsmöglichkeit sowie Maßnahmen beschreibt, die zu ergreifen sind, um diese Chance zu nutzen. Ein Geschäftsplan ist sowohl zur Unternehmens­gründung als auch zur strategischen und opera­tiven Planung bestehender Unternehmen notwendig. Ausgangspunkt ist in der Regel ein Marketing­plan. Dieser wird durch weitere Teilpläne ergänzt; dazu gehören der Beschaffungs-, Produktions-, Personal-, Forschungs- und Vertriebsplan. Hinzu kommt der Finanzplan, der eine Schätzung der notwendigen finan­ziellen und personellen Ressourcen (Kosten) und der erwarteten Umsatzerlöse enthält, damit die Wirt­schaft­lichkeit der Investitionsausgabe beurteilt werden kann. Ein Geschäftsplan ist Grundlage für interne Zielvereinbarungen und zugleich Kommunikationsmittel um private oder staatliche Investoren.
 

C

Cashflow
Der Cashflow zeigt an, was ein Unternehmen in einer Periode aus dem Umsatz heraus erwirtschaftet hat und was das Unternehmen davon für Investitionen, Tilgungen etc. aus eigenen Mitteln verwenden kann. "Außerordentliche bzw. periodenfremde Einflüsse werden bei der Berechnung ausgeschaltet. Aus Höhe und Entwicklung des Cash-Flows können Rückschlüsse auf die Ertragskraft, Selbst­fi­nan­zie­rungskraft, Kredit­würdigkeit und Expansionsfähigkeit (insbesondere zur Fähigkeit von Firmenkäufen) gezogen werden."
Controlling
Controlling ist ein deutsches Kunstwort von englisch: to control für "steuern", "regeln". Die englische Bezeichnung der Tätigkeit ist eigentlich "Management accounting" oder "Managerial accounting", die deutsche Bezeichnung kann nach traditioneller Auffassung mit dem "internen Rechnungswesen" gleich­gesetzt werden. Das interne Rechnungswesen als Führungssubsystem befasst sich mit Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Vorbereitung zielsetzungsgerechter Entscheidungen durch die Unternehmensführung.
 

D

Deckungsbeitrag
Als Deckungsbeitrag bezeichnet man die Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten; der Deckungs­beitrag gibt somit an, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Der Deckungs­beitrag kann dabei auf ein einzelnes Produkt (Stückdeckungsbeitrag) oder auf die gesamte Absatzmenge (Gesamt­deckungs­beitrag) bezogen werden. Der Deckungsbeitragsbetrachtung liegt folgende Idee zugrunde: der Verkaufspreis muss mindestens die variablen Kosten des Produktes decken; darüber hinaus gehende Beträge liefern einen Beitrag (Deckungsbeitrag) zur Abdeckung der fixen Kosten. Übersteigt der Deckungsbeitrag die Fixkosten, wird ein Betriebsgewinn erzielt.
Discounted Cash Flow
"Die in der Praxis am weitest verbreitete Methode für die Unternehmensbewertung ist das Discounted Cash Flow-Verfahren. Hier werden nicht die von der Rechnungslegung beeinflussten buchhalterischen Jahres­überschüsse als entscheidende Größe unterstellt, sondern die tatsächlichen Zahlungs­mittel­überschüsse (Cash Flows). Diese Cash Flows, die sich letztlich in einer Veränderung des Zahlungs­mittel­bestandes ausdrücken, dienen dem Unternehmen u.a. dazu, Investitionen vorzunehmen, Verbindlichkeiten zu tilgen oder Dividenden an die Aktionäre auszuschütten."
Um den Unternehmenswert zu berechnen, werden die Cash Flows eines gewissen Planungszeitraums (i. d. R. 3-5 Jahre) mit einem Kapitalisierungszins diskontiert. Für kleine Betriebe ist das DCF-Verfahren jedoch eher ungeeignet.
 

E

EBIT – "earnings before interest and taxes"
"Dies bedeutet, es wird ein Ergebnis vor, also ohne Zinsen und Steuern ausgewiesen. Zinsen und Steuern (vom Einkommen und Ertrag) sind also im Ergebnis nicht berücksichtigt. Es ist logisch, das nun das Ergebnis besser ist als das GuV- bzw. Bilanzergebnis, da wesentliche Kostenkomponenten fehlen. Der EBIT ist ein recht häufig gebrauchter Ergebnisbegriff. Da Zinsen und Steuern fehlen, ist somit das Ergebnis um Finanzierungs- und Steuereffekte bereinigt. Was gezeigt wird, ist eine unverzerrte betriebliche Leistung, Unternehmen können nun besser verglichen werden."
Eigenkapital
Im Gegensatz zum Fremdkapital jene Mittel, die von den Eigentümern einer Unternehmung zu deren Finanzierung aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn im Unternehmen belassen wurden (Selbstfinanzierung).
Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote wird aus dem prozentualen Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme berechnet. Sie trifft eine Aussage über die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens. Je höher die EK-Quote, umso größer ist prinzipiell die Ausgleichsmöglichkeit von eingetretenen Verlusten der Unternehmung. Unter dem Blick auf die Insolvenzsicherheit ist eine hohe Eigenkapitalquote stets positiv zu bewerten.
Ertragswert nach IDW S1
"Das Ertragswertverfahren nach IDW S1 ermittelt den Unternehmenswert durch Diskontierung der prognostizierten Ausschüttungen an die Anteilseigner unter Berücksichtigung der in Deutschland geltenden Besteuerungen (Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, typisierte Einkommensteuer). Der IDW S1 berücksichtigt, dass in der Praxis nicht der gesamte Unternehmensgewinn an die Anteilseigner ausgeschüttet wird."
Um den Unternehmenswert zu berechnen, werden die ausgeschütteten Beträge eines gewissen Planungszeitraums (i. d. R. 3-5 Jahre) mit einem Kapitalisierungszins (Risikoloser Basiszins + Risikozuschlag) diskontiert.
Ertragswertverfahren (vereinfachtes)
"Die Bewertung nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren erfolgt in folgenden Schritten:
  1. Es wird das zukünftig nachhaltig erzielbare Jahresergebnis ermittelt. Vereinfachend wird als Grundlage hierfür das in der Vergangenheit tatsächlich erzielte Durchschnittsergebnis herangezogen.
  2. Das künftige Ergebnis wird mit dem Kapitalisierungszins multipliziert. Dieser setzt sich aus einem vom Bundesministerium der Finanzen jhrl. festgelegten Basiszins und einem fixen Risikozuschlag von 4,5% zusammen.
  3. Die Multiplikation des zukünftig nachhaltig erzielbaren Jahresergebnisses mit dem Kapitalisierungsfaktor ergibt den Unternehmenswert."
In der Praxis führt dieses vereinfachte Verfahren meist jedoch zu stark verfälschten Ergebnissen (Wert viel zu hoch!) und wird daher kaum verwendet.
 

F

Forderungsausfall
Ein Forderungsausfall liegt vor, wenn ein Kreditnehmer ein Darlehen nicht zurückzahlt oder ein Kunde eine Rechnung nicht bezahlt. Ein Forderungsausfall tritt ein, wenn der Kunde oder Kreditnehmer nicht mehr zahlungsfähig ist.
Fortführungsfähigkeit gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB
Fortführungsfähigkeit liegt vor, wenn einer Fortführung (der Unternehmung) weder rechtliche, noch tatsächliche Gegebenheiten entgegenstehen.1
Fortbestehenskonzept Fortbestehensprognose
Die Fortbestehensprognose beinhaltet eine begründete Aussage darüber, ob das Unternehmen nachhaltig seine geschäftlichen Aktivitäten unter Einhaltung der Zahlungsverpflichtungen fortführen kann. Sie ist deshalb "Zahlungsfähigkeitsprognose", die auf der Grundlage geeigneter Planungsinstrumente aus verschiedenen Perspektiven zu erstellen ist. Künftige Zahlungsfähigkeit ist anzunehmen, wenn sich voraussichtlich mit üblichen Dispositionen und Kapitalbeschaffungsmaßnahmen das finanzielle Gleichgewicht kurz- bis mittelfristig wahren lässt.1
Fortführungskonzept - Fortführungsprognose
„Die Fortführungsprognose spielt dann eine Rolle, wenn im Rahmen der Aufstellung von handelsrechtlichen Jahres- oder Zwischenabschlüssen (auch Konzernabschlüssen) von den gesetzlichen Vertretern einzuschätzen ist, ob tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten vorliegen, die der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going-Concern-Annahme) entgegenstehen und daher eine Bewertung auf der Grundlage der Liquidationsprämisse erfolgen muss.”1
Der IDW S6 (Anforderung an die Erstellung von Sanierungskonzepten) verlangt zum Nachweis der Sanierungsfähigkeit zumindest eine positive Fortführungsprognose. Konkret wird gefordert, dass das Sanierungskonzept in einer ersten Stufe geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Fortführungsfähigkeit vorsieht. Hierbei geht es insbesondere um die Gefahr einer drohenden Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr.2
Eine Fortbestehensprognose ist indes dann erforderlich wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte Anlass für die insolvenzrechtliche Beurteilung besteht. Ob eine Überschuldung eingetreten ist oder ob Zahlungsunfähigkeit droht oder vorliegt.3
Führungskompetenz
Der Begriff Führungskompetenz bezeichnet die Fähigkeit leitender Personen in einer Organisation, Führungsaufgaben erfolgreich zu bewältigen. Den Erfolg kann man an der Erfüllung der Erwartungen der Stakeholder wie zum Beispiel Kunden, Mitarbeiter, Fiskus, Kapitalgeber und Öffentlichkeit messen. Bei Führungsaufgaben handelt es sich um einen Teilbereich der Managementaufgaben. Dazu gehören Planung, Organisation, Führung und Kontrolle. Häufig sind Führungskräfte auch für die Wahrnehmung von Managementaufgaben verantwortlich; dann fallen Management- und Führungsaufgaben und die dazu erforderlichen Kompetenzen zusammen.
 

G

Geschäftsführerhaftung
Unter Geschäftsführer-Haftung ist die Haftung des GmbH-Geschäftsführers für seine Pflichtverletzungen zu verstehen. Hier ist die Haftung nach § 43 GmbHG und nach §§ 69, 71 AO relevant. Der Hauptzweck der Gründung einer GmbH liegt darin, die Haftung der Gesellschafter auf das Stammkapital zu beschränken. Der Gesellschafter, der seine Einlage geleistet hat, kann von den Gläubigern grundsätzlich nicht für die Schulden der GmbH in Anspruch genommen werden. Davon ist die Haftung des GmbH-Geschäftsführers zu unterscheiden.
Gläubigerversammlung
Die Gläubigerversammlung ist im deutschen Insolvenzverfahren das Gremium, das die Rechte der Gläubiger gegenüber Insolvenzgericht, Insolvenzverwalter und Insolvenzschuldner wahrnimmt. Sie dient damit der Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Gläubiger. Die Gläubigerversammlung wird vom Gericht berufen und geleitet und tagt nicht öffentlich (§ 74 Insolvenzordnung (InsO)). Bei Abstimmung ist die Stimmenmehrheit zunächst nach den Forderungsbeträgen zu berechnen (§ 77 InsO). Bei Stimmengleichheit nach Forderungsbeträgen entscheidet die Mehrheit der Gläubiger nach Kopfzahl.
GoRS - Grundsätze ordnungsgemäßer Restrukturierung und Sanierung
Die GoRS ersetzen keine bereits vorhandene Standards, wie etwa den IDW S 6 für Sanierungsgutachten. Vielmehr sollen die GoRS die bereits vorhandenen Standards und die diversen weiteren Rahmen­bedin­gungen unter einem vom Restrukturierungs- und Sanierungsprozess bestimmten Überbau sinnvoll mit­einander verknüpfen. Maßgeblicher Initiator und Ersteller der GoRS sind die Mitgliedsunternehmen des BDU-Fachverbandes Sanierungs- und Insolvenzberatung.
 

I

IDW S6
Der IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) S6 beschreibt die Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten. „Gemäß IDW S6 Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten sollten Sanierungskonzepte folgende Kernbestandteile enthalten:
  • Beschreibung von Auftragsgegenstand und -umfang
  • Darstellung der wirtschaftlichen Ausgangslage
  • Analyse von Krisenstadium- und Ursachen
  • Darstellung und Leitbild des sanierten Unternehmens
  • Stadiengerechte Maßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise
  • Integrierter Unternehmensplan
Diese Punkte stellen die inhaltlichen Eckpfeiler des Konzepts dar und ermöglichen eine intersubjektiv nachprüfbare Struktur.”1
IDW S11
Der IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) S11 beschreibt die Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzeröffnungsgründen. „Mit diesem Standard sollen der IDW Prüfungsstandard: Beurteilung eingetretener oder drohender Zahlungsunfähigkeit bei Unternehmen (IDW PS 800) und die IDW Stellungnahme des Fachausschusses Recht 1/1996: Empfehlungen zur Überschuldungsprüfung bei Unternehmen an die aktuelle Rechtslage und Rechtsprechung angepasst und in einem Papier zusammengefasst werden.”1
Innovationsmanagement
Innovationsmanagement ist die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Organisationen. Im Unterschied zu Kreativität, die sich mit der Entwicklung von Ideen beschäftigt, ist Innovationsmanagement auch auf die Verwertung von Ideen bzw. deren Umsetzung in wirtschaftlich erfolgreiche Produkte bzw. Dienstleistungen ausgerichtet.
Insolvenztatbestände
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens setzt voraus, dass ein Eröffnungsgrund in Form eines Insol­venz­­tatbestandes gegeben ist. Dabei stehen den zum Antrag Berechtigten, dem Schuldner und dem Gläubiger, unterschiedliche Insolvenztatbestände zur Verfügung. Insolvenztatbestände haben dabei die Funktion von Terminierungsregeln. Es ist zu entscheiden, wann, in welchem Unternehmenszustand, das bei den Eigen­tümern des Unternehmens angesiedelte Entscheidungsrecht über das Vermögen des Unternehmens auf die Gläubiger zu übertragen ist. Dieser optimale Zeitpunkt ist schwierig zu bestimmen, da die Gläubiger unter­schiedlich ausgestattete Rechtspositionen haben und deshalb die Fortführungsoption und die Höhe der Kosten aus der Über­nahme von Altverlusten unterschiedlich einschätzen. Man muss deshalb die vom Gesetz­geber vorge­gebenen Definitionen für Insolvenztatbestände als konventionelle Festlegungen auf­fassen, die ihre Begründung weniger in ökonomischen Vorteils-Nachteils-Abwägungen finden, sondern in der Hoffnung, eine umsetzbare Spielregel implementiert zu haben.
Die Insolvenzordnung (InsO) hält drei Insolvenztatbestände bereit: Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) und Überschuldung (§ 19 InsO).
Insolvenzverschleppung
Als Insolvenzverschleppung (früher Konkursverschleppung) wird die Nichtantragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bezeichnet. Ist die Schuld­nerin eine juristische Person, ist die Insolvenzverschleppung in Deutschland eine Straftat, geregelt in § 15a Abs. 4 InsO. Diese einheitliche Regelung gibt es erst seit Inkrafttreten des MoMiGs am 1. November 2008.
Integrierte Finanzplanung
Integrierte Finanzplanung ist die systematische Prognose, Steuerung und Kontrolle sämtlicher Ein- und Auszahlungen einer Unternehmung, die aufgrund der geplanten künftigen Aktivitäten anfallen werden. In Abhängigkeit von der Länge des Planungshorizonts (= Fristigkeit) unterscheidet man die lang-, mittel- und kurzfristige Finanzplanung, wobei natürlich die Genauigkeit der Kenntnisse der künftigen Aktivitäten und der daraus resultierenden Zahlungsströme und -bestände mit zunehmendem Planungshorizont abnimmt.
 

K

Kapitaldienstfähigkeit
Als Kapitaldienstfähigkeit wird die Fähigkeit eines Kreditnehmers bzw. eines Objekts/Projekts bezeichnet, zukünftig ausreichend Cashflow zu generieren, um die Zins- und Tilgungsleistungen (Kapitaldienst) der gegenwärtig gewährten Kredite zu den vereinbarten Fälligkeitsterminen aus der eigenen Ertragskraft zu erbringen, ohne dass es dazu der Verwertung etwaiger Kreditsicherheiten bedarf. Andernfalls würde es sich um Pfandleihe und nicht um Kreditgeschäft handeln.
Kreditausfall
Hinter dem Begriff Kreditausfall verbirgt sich nichts anderes als eine nicht einbringliche Forderung gegenüber dem Kreditnehmer. Konkret bedeutet dies, der Schuldner ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und kann die Rückzahlung (Zinsen und Tilgung) an den Kreditgeber, komplett oder in bestimmten Teilen, nicht mehr leisten.
 

L

Leitbild
Ein Leitbild ist eine schriftliche Erklärung einer Organisation über ihr Selbstverständnis und ihre Grund­prinzipien. Es formuliert einen Zielzustand (Realistisches Idealbild)[1]. Nach innen soll ein Leitbild Orien­tierung geben und somit handlungsleitend und motivierend für die Organisation als Ganzes und die einzel­nen Mitglieder wirken. Nach außen (Öffentlichkeit, Kunden) soll es deutlich machen, wofür eine Organi­sation steht. Es ist eine Basis für die Corporate Identity einer Organisation. Ein Leitbild beschreibt die Mission und Vision einer Organisation sowie die angestrebte Organisationskultur. Es ist Teil des normativen Managements und bildet den Rahmen für Strategien, Ziele und operatives Handeln.
Liquidität
"Unter der sogenannten Liquidität wird im betriebswirtschaftlichen Sinne die Bereitschaft und Fähigkeit eines Unternehmens zusammengefasst, seinen bestehenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht nachzukommen. Um dies zu erfüllen, benötigt das Unternehmen liquide Mittel, womit in der Regel der Kassenbestand bzw. kurzfristig verfügbares Kapital gemeint ist. In der Praxis handelt es sich dabei häufig um Gelder, die auf Giro- bzw. Tagesgeldkonten hinterlegt sind."
Liquiditätsplanung
Ein Liquiditätsplan ist ein Teilbudget des Finanzplans, der alle ein- und ausgehenden Zahlungsströme des Gesamtbudgets innerhalb der betreffenden Budgetperiode zusammenfasst, und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherstellen soll. Im Gegensatz zum Kapitalbedarfsplan ist der Liquiditätsplan eine kurzfristige Planung für Zahlungsströme mit einem Prognosezeitraum von weniger als einem Jahr.
Liquidationswertverfahren
"Der Liquidationswert eines Unternehmens kann im Falle der Geschäftsaufgabe oder bei Sanierungsfällen zu Hilfe genommen werden. Anders als beim Substanzwert entscheiden hier weniger die Buchwerte in den Bilanzen, sondern lediglich der (fiktive) Preis, den potenzielle Käufer bereit sind, für Vermögensgegenstände des Unternehmens zu zahlen."
Im Rahmen einer Überschuldungsprüfung ist bei Vorliegen einer negativen Fortbestehensprognose eine Überschuldungsbilanz zu Liquidationswerten zu erstellen.
 

M

M & A – Mergers & Acquisitions (Fusion von Unternehmen; Erwerb von Unternehmensteilen)
Die Bezeichnung "Mergers and Acquisitions" (M & A) zu Deutsch Fusion von Unternehmen und Erwerb von Unternehmen bzw. Unternehmensanteilen – steht für alle Vorgänge im Zusammenhang mit der Über­tra­gung und Belastung von Eigentumsrechten an Unternehmen einschließlich der Konzern­bil­dung, der Um­struk­turie­rung von Konzernen, der Verschmelzung und Umwandlung im Rechtssinne, der Finanzierung des Unternehmenserwerbs, der Gründung von Gemein­schafts­unter­nehmen sowie der Übernahme von Unternehmen.
MaRisk
Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA), abgekürzt MaRisk (BA), sind Verwaltungsanweisungen, die mit einem Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Ausgestaltung des Risikomanagements in deutschen Kreditinstituten veröffentlicht wurden. Sie wurden von der BaFin erstmals mit Rundschreiben 18/2005 vom 20. Dezember 2005 veröffentlicht und zuletzt am 14. Dezember 2012 durch das Rundschreiben 10/2012 (BA) geändert.
Multiplikatorverfahren
"Das Grundprinzip des Multiplikatorverfahrens ist es, zunächst die Bewertung eines vergleichbaren Unternehmens bzw. einer Branche in Relation zu entscheidenden Kennziffern, wie z. B. Umsatz oder EBIT zu setzen. Auch sind Branchenmultiplikatoren vielfach öffentlich zugänglich, so dass dies die Bewertung weiter vereinfacht."
Um den Unternehmenswert zu berechnen, werden die Multiplikatoren dann mit dem jeweiligen Multiplikationswert des Unternehmens (Umsatz, EBIT) multipliziert. Der Vorteil dieser Verfahren ist es, innerhalb kürzester Zeit einen groben Anhaltspunkt für eine Bewertung zu ermitteln.
 

N

Nachrangdarlehen
"Das Nachrangdarlehen stellt Kapital dar, das nachrangig gegenüber anderen Verbindlichkeiten im Zielunternehmen verbleibt. Im Falle einer Insolvenz oder Liquidation wird das Nachrangdarlehen nachrangig zu Verbindlichkeiten nicht nachrangiger Gläubiger zurückgezahlt, besitzt jedoch Vorrang gegenüber dem Eigenkapital."
 

R

Rangrücktritt
"Durch eine Rangrücktrittserklärung für sein Gesellschafterdarlehen verzichtet der Gesellschafter vorläufig auf die Rückzahlung seiner Forderung, um andere (potentielle) Gläubiger besser zu stellen oder eine Überschuldung i. S. d. Insolvenzordnung der Gesellschaft zu verhindern. Mit dem Rangrücktritt wird bei der Gesellschaft bilanzielles Fremdkapital gesellschaftsrechtlich mit haftendem Kapital gleichgesetzt."
Rentabilität
Unter Rentabilität versteht man das Verhältnis einer Erfolgsgröße (zum Beispiel Gewinn als Differenz von Ertrag und Aufwand) zum eingesetzten Kapital:
Rentabilität = Gewinn
Kapitaleinsatz
Die Rentabilität ist eine wichtige Kennzahl für den Erfolg eines Unternehmens und wird in der Regel als Prozentsatz angegeben. Oft wird der Begriff Rendite als Synonym für Rentabilität verwendet, wobei er sich besser als jährlicher Gesamtertrag einer Kapitalanlage beschreiben lässt und somit eher in der Finanzwelt anzusiedeln ist.
Reporting / Berichtswesen
Unter dem Begriff betriebliches Berichtswesen (auch Reporting) versteht man die Einrichtungen, Mittel und Maßnahmen eines Unternehmens zur Erarbeitung, Weiterleitung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen über den Betrieb und seine Umwelt in Form von Berichten. Berichte sind für eine vorge­gebene Zielsetzung zusammengefasste Informationen.
Restrukturierung
Die Restrukturierung ist im allgemeinen Verständnis weiter gefasst als der Sanierungsbegriff und rekurriert auf die Anpassung des Unternehmens an (veränderte) Marktanforderungen. Ziel der Restrukturierung ist die Vermeidung einer weiteren Kriseneskalation (Liquiditätskrise) und die Wiedererlangung einer nachhaltigen Wettbewerbs- und Renditefähigkeit.
Typische Restrukturierungsmaßnahmen haben daher – nach im Bedarfsfall erfolgter Stabilisierung (Beseitigung eines negativen operativen Cash flows) – einen eher mittel- bis langfristigen Wirkungshorizont und kommen in frühen Krisenstadien zur Anwendung (Strategie- und Erfolgskrise), in denen eine relativ große Anzahl alternativer Handlungsmöglichkeiten und kein akuter Zeit- bzw. Handlungszwang besteht.1
 

S

Sanierung Sanierung von Unternehmen in der Krise
Sanierung kommt vom lateinischen Wort "sanare", welches so viel bedeutet wie "heilen";1 "betriebswirtschaftlich sind demnach unter Sanierung alle Maßnahmen zur dauerhaften Behebung vorübergehender oder permanenter Schwierigkeiten in der Geschäftstätigkeit der Unternehmung mit dem Ziel der Existenzerhaltung sowie Krisenbewältigung zu verstehen."2 Die Sanierung erfolgt erst dann, wenn eine Existenzgefährdung gegeben ist.3
Sanierungsbedürftigkeit
„Sanierungsbedürftigkeit wird im Rahmen der Sanierungsprüfung untersucht und liegt vor, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, die Krise aus eigener Kraft zu überwinden.”1
Sanierungscontrolling
Für die erfolgreiche Unternehmenssanierung ist neben kurzfristig realisierbaren Sofortmaßnahmen zur Erhaltung der Unternehmenstätigkeit auch die Umsetzung von mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Wiedererlangung der nachhaltigen Wettbewerbs- und Renditefähigkeit notwendig. Zur Absicherung dieser zweiten Phase der Unternehmenssanierung ist die Implementierung eines ganzheitlichen Sanierungs­controllings Voraussetzung.
Sanierungsfähigkeit
„Auf Grundlage des Sanierungskonzeptes kann eine Aussage über die Sanierungsfähigkeit getroffen werden. Demnach basiert die Beurteilung der Sanierungsfähigkeit auf einem mehrstufigen Kriteriensystem. In einem ersten Schritt ist ein Unternehmen nur fortführungsfähig, wenn das erstellte Sanierungskonzept Maßnahmen vorsieht, mit denen sich die Gefahr des Eintritts von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung, mindestens für das laufenden und folgende Jahr, abwenden bzw. beheben lassen, um die Going-Concern Prämisse bei der Erstellung des Jahresabschlusses zu gewährleisten”1
Sanierungskonzept
Im Sanierungsfall ist durch sachkundige externe Berater unter Berücksichtigung rechtlicher und regulatorischer Eckpunkte ein nachvollziehbares Konzept zur Sanierung des Unternehmens zu erstellen. „Gemäß IDW S6 Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten sollten Sanierungskonzepte folgende Kernbestandteile enthalten:
  • Beschreibung von Auftragsgegenstand und umfang
  • Darstellung der wirtschaftlichen Ausgangslage
  • Analyse von Krisenstadium- und Ursachen
  • Darstellung und Leitbild des sanierten Unternehmens
  • Stadiengerechte Maßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise
  • Integrierter Unternehmensplan
Diese Punkte stellen die inhaltlichen Eckpfeiler des Konzepts dar und ermöglichen eine intersubjektiv nachprüfbare Struktur.”1
Sanierungswilligkeit
Sind die Unternehmer wirklich bereit eigenen Willens das Unternehmen zu sanieren und künftig weiter zu führen? Subjektive Einschätzung des Unternehmens bzw. seiner rechtsformspezifischen Organe künftig wieder eine nachhaltige Wettbewerbs- und Renditefähigkeit zu erzielen. Der künftigen nachhaltigen Wettbewerbs- und Renditefähigkeit geht dann die Sanierung voraus.
Sanierungswürdigkeit
„Bei der Sanierungswürdigkeitsprüfung stehen die Interessen der Sanierungsbeteiligten (Alteigentümer, Geschäftspartner, neue Gesellschafter, Banken, Lieferanten, Staat) im Mittelpunkt. Während die Sanierungsfähigkeit größtenteils aufgrund objektiv messbarer Fakten beurteilt wird, dominieren bei der Sanierungswürdigkeitsprüfung subjektive, wenn auch teilweise ökonomisch berechenbare, Überlegungen. Die Sanierungsbeteiligten müssen entscheiden, ob es für sie vorteilhafter ist, Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen oder darauf zu verzichten und damit den Untergang des Unternehmens zu riskieren. Die Lage des Unternehmens wird bei der Beurteilung der Sanierungswürdigkeit demnach aus der Sicht der Beteiligten analysiert, letztendlich können nur sie aufgrund ihrer subjektiven Risikoneigung die Frage der Sanierungswürdigkeit beantworten.”1
Share Deal
"Der Share Deal ist neben dem Asset Deal eine Form des Unternehmenskaufs. Der Käufer erwirbt hierbei die Anteile eines zum Verkauf stehenden Unternehmens.
Der Share Deal stellt einen Rechtskauf gemäß 453 I BGB dar, wobei Aktien, GmbH-Anteile (Geschäftsanteile), sowie Gesellschaftsanteile an einer Personengesellschaft Kaufgegenstand sind. Hierdurch wird der Erwerber Anteilseigner und erhält die mit der Beteiligung verbundenen Rechte und Pflichten.
Ein Share Deal lässt sich prinzipiell einfach in einem Kauf- und Übertragungsvertrag über eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung (z. B. an einer GmbH oder Aktiengesellschaft) abbilden. In der Regel werden jedoch zusätzlich detaillierte Vereinbarungen darüber getroffen, inwiefern Risiken (z. B. mögliche Steuerverbindlichkeiten oder Garantiefälle) durch Käufer oder Verkäufer zu tragen sind."
Soll-Ist-Vergleich
"Ein Soll-Ist-Vergleich (auch Abweichungsanalyse) ist im weitesten Sinne der Vergleich von dem ‚was hätte sein sollen‚ und dem ‚was wirklich ist‚." Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird mit der geplanten verglichen. Dieser Vergleich kann in allen Teilen eines Unternehmens angewendet werden. In der Regel findet der Soll-Ist-Vergleich auf der Ebene des gesamten Unternehmens oder der Kostenstellen statt.
Stille Reserven
"Stille Reserven oder stille Rücklagen sind Teile des Eigenkapitals eines Unternehmens, die in der Bilanz für Außenstehende nicht oder nur schwer erkennbar sind. Stille Reserven entstehen entweder durch Unterbewertung von Aktiva oder durch Überbewertung von Passiva. Sie sind also auf beiden Seiten der Bilanz zu finden. Stille Reserven erhöhen den Wert eines Unternehmens über den Wert hinaus, der aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ersichtlich ist. Steuerlich bedeuten stille Reserven eine zeitweise Verminderung der steuerlichen Bemessungsgrundlage."
Substanzwertverfahren
"Das Substanzwertverfahren ist ein Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswertes. Grundlage für dieses Verfahren ist ein Wertansatz, der den aktuellen Marktwert der Unternehmensgegenstände heranzieht. Es wird also das materiell Fassbare bewertet, die Substanz des Unternehmens. Ziel des Substanzwertverfahrens ist es den Wert zu erhalten, der benötigt würde, um das Unternehmen in seiner derzeitigen Ausstattung neu zu errichten."
Summen- und Saldenliste (SuSa)
Die Summen- und Saldenliste (SuSa genannt) ist eine interne Aufstellung durch die Buchhaltung. Alle bebuchten Konten sind mit den jeweiligen Summen und Salden dargestellt. Diese werden nach den einzelnen Kontenklassen gegliedert. Innerhalb der Klassen befinden sich die einzelnen Konten.
Szenario-Technik
"Die Szenario-Technik ist eine Methode der Strategischen Planung, die auf der Entwicklung und Analyse möglicher Entwicklungen der Zukunft beruht (Denken in Alternativen). Ein Szenario ist dabei eine allgemeinverständliche und nachvollziehbare Beschreibung einer möglichen Situation in der Zukunft."
 

U

Überschuldung
Überschuldung liegt in einem Unternehmen vor, wenn die Schulden das Vermögen (Anlagevermögen und Umlaufvermögen) übersteigen. Überschuldung wird in der Bilanz ausgewiesen: Summe der Passiva ist größer als Summe der Aktiva. Überschuldung führt zum Konkurs- oder gerichtlichen Vergleichsverfahren (Konkurs, Vergleich).
Überbrückungskredit
Unter einem Überbrückungskredit (auch: Zwischenkredit) versteht man einen kurzfristigen Kredit, der dem Kreditnehmer dazu dient, eine Investition bis zu dem Zeitpunkt übergangsweise zu finanzieren, zu dem der eigentlich für diesen Investitionszweck vorgesehene langfristige Kredit verfügbar ist. Ein Überbrückungskredit stellt insofern eine Form der Übergangsfinanzierung dar.
Umfeldanalyse
Die Umfeldanalyse wird oftmals auch als Umweltanalyse bezeichnet. Sie ist der Teil der Analyse der strate­gischen Situation im Rahmen der strategischen Planung, der sich mit der Untersuchung der für das Unter­nehmen bedeutsamen Aspekte des Umfelds erfasst. Als zu analysierende Bereiche des Umfelds sind zu nennen:
  • Absatzmärkte (Konkurrenzsituation, Kundenstruktur)
  • Beschaffungsmärkte (Anbietermacht auf Rohstoffmärkten, Kapitalmarkt, Arbeitsmarkt, Investitionsgütermarkt, Gefahr von Substitutionen)
  • wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Entwicklung der Wirtschaftsstruktur und -konjunktur)
  • rechtliche Rahmenbedingungen (geltende und zu erwartende Rechtsordnungen)
  • gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Wertewandel, Umweltbewusstsein)
Unternehmensanalyse
Mit der Unternehmensanalyse werden Zusammenhänge und Abhängigkeiten im Unternehmen und mit externen Faktoren erforscht und dargestellt. Die Unternehmensanalyse ist Grundlage für weiterreichende Entscheidungen des Managements, wie z.B. im Rahmen der strategischen Unternehmensplanung oder auch im Wege des Verkaufs von Unternehmen. Die Unternehmensanalyse umfasst die Plausibilität der Unterneh­mens­ziele und die Strategie zur Erreichung gesetzter Ziele. Die Analyse erforscht die Zusammen­hänge zum Umsatz, zum Ertrag, zur Liquidität und zur Struktur der Finanzierung des Unternehmens. Die Betrachtung des Unternehmens durch Kunden und andere Geschäfts­partner werden in Wechsel­wirkung gestellt zur Öffentlich­keits­arbeit, zu den Geschäfts­grund­sätzen und zur Unterneh­mensphilo­sophie. Der Grad der Zufrieden­heit der Kunden und die Ursachen für eine Unzufrieden­heit werden erforscht. Das System der Lagerhaltung, der Einkaufs- und Verkaufs­bedingungen, des Mahn- und Inkasso­wesens werden in Relation zur Liquiditäts­planung gebracht.
Unternehmensbewertung
Mit Unternehmungsbewertung bezeichnet man die Verfahren zur Wertermittlung von Unternehmen als Ganzes (Wert). Unternehmensbewertungen als periodisches Rechenwerk werden sowohl bei der wert­orientierten Unternehmensführung (z.B. Entscheidungen zur Geschäftsfeldstrategie, Leistungsbeurteilung von Führungskräften) als auch bei der externen Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Betei­ligungs­buchwerte, Impairment-Test beim Goodwill) verwendet.
Unternehmenskrise
„Unterschiedlichste Phänomene im Leben einer Unternehmung, von der bloßen Störung im Betriebsablauf über Konflikte bis hin zur Vernichtung der Unternehmung, die zumindest aus Sicht der betroffenen Unternehmung als Katastrophe zu bezeichnen sind. In der neueren Literatur werden Unternehmungskrisen übereinstimmend als ungeplante und ungewollte, zeitlich begrenzte Prozesse verstanden, die in der Lage sind, den Fortbestand der Unternehmung substanziell zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen. Dies geschieht durch Beeinträchtigung bestimmter Ziele, deren Gefährdung oder gar Nichterreichung gleichbedeutend ist mit einer Existenzgefährdung oder -vernichtung der Unternehmung. Die in dem Begriff der Unternehmungskrise enthaltene Chance zur positiven Wende - u.U. auch noch im Fall der Insolvenz - ist wesensbestimmend für den Begriff und macht die Ambivalenz der Entwicklungsmöglichkeiten (Untergang oder Sanierung) deutlich.”1
Unternehmensrestrukturierung / Restrukturierung
Bei der Restrukturierung geht es um Störungen des Unternehmens, die beseitigt werden. Im Gegensatz zur Sanierung ist der Handlungs- und Zeitspielraum noch ausreichend und auch die Bewältigungs­anforde­rungen sind noch in einem überschaubaren Rahmen. Ziel ist die Anpassung von Strukturen und Aktivitäten zur Erhaltung der Hauptaktivität des Unternehmens. Dabei stehen nicht finanzielle, sondern vielmehr operative Veränderungen im Vordergrund.
 

W

Wettbewerbsfähigkeit
„Unter Wettbewerbsfähigkeit ist das Potenzial eines Unternehmens zu verstehen, mit dem sich innerhalb einer Branche (oder eines Marktsegmentes) eine Gewinn bringende Position erlangen, behaupten bzw. ausbauen lässt. Dies impliziert die Fähigkeit des Unternehmens, Chancen und Risiken des Wettbewerbsumfeldes zu erkennen und für sich nutzbar zu machen sowie unter Ausnutzung der Stärken und Oberwindung der Schwächen Potenziale im Unternehmen aufzubauen und durch deren Ausnutzung zu Wettbewerbsvorteilen zu gelangen”1
 

Z

Zahlungsfähigkeit
Fähigkeit einer Person oder einer Unternehmung, ihre fälligen Verbindlichkeiten sofort bzw. innerhalb absehbarer Zeit zu erfüllen.
Zahlungsunfähigkeit
Zahlungsunfähigkeit liegt dann vor, wenn fällige und durchsetzbare Forderungen dauerhaft nicht mehr erfüllt werden können. Sie ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen einstellt. Die Zahlungsunfähigkeit ist ein allgemeiner Eröffnungsgrund für ein Insolvenzverfahren. Jedoch lassen gering­fügige oder kurzfristige Liquiditätslücken noch nicht auf eine Zahlungsunfähigkeit schließen. Auf Antrag des Schuldners sieht die Insolvenzordnung allerdings bereits die Möglichkeit einer Verfahrenseröffnung bei drohender Zahlungsunfähigkeit vor. Dieses Recht besitzen die Gläubiger nicht. Bei einer Kapitalgesellschaft, der Zahlungsunfähigkeit droht oder bei der Zahlungsunfähigkeit bereits eingetreten ist, muss ein Insolvenz­antrag beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden. Unterbleibt der Antrag, kann dies unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen haben.
Zession
"Die Abtretung von Forderungen jeglicher Art bezeichnet man als Zession. Grundsätzlich sind alle Forderungen abtretbar, falls dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. Im Immobilienbereich (bei Grundschulden oder Hypotheken) muss allerdings eine Abtretung mit notarieller Beurkundung erfolgen."
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